E-Schrott bzw. Elektroaltgeräte Recycling: Was ist der beste Weg des Recyclings?

Elektroaltgerät / altes Smartphone auseinandergeschraubt

Die Deutschen sehen sich selbst als Weltmeister im Recyceln, und in den meisten Ländern werden sie auch genau so wahrgenommen. Ein genauer Blick zeigt: Das ist Unsinn. So gut funktioniert das gar nicht. Ein Grund für die irrige Annahme ist immer noch, dass zwar theoretische viel recycelt werden kann, praktisch aber am Anfang eine sinnvolle Mülltrennung erfolgen muss. Ein anderer Grund ist, dass nicht jede Art von Müll hinsichtlich einer möglichst vollständigen Wiederverwertung behandelt wird, sondern oft genug der größtmögliche Gewinn für das Recyclingunternehmen Priorität hat.

Was sind E-Schrott bzw. Elektroaltgeräte überhaupt?

E-Schrott ist alles, was mit elektronischen Bauteilen versehen ist. Vom Kinderspielzeug mit Batteriebetrieb über den MP3-Player bis hin zum ausrangierten Fernseher und Smartphone reicht die Palette. Aber auch alte Haartrockner und Küchengeräte, Waagen aus dem Badezimmer, Lampen und ähnliches zählen zu Elektroaltgeräten bzw. E-Schrott. Während bei Altglas und Papier um die 80 % des anfallenden Abfalls in Deutschland nicht nur korrekt vorsortiert, sondern auch tatsächlich recycelt werden, sieht es bei E-Schrott ganz anders aus: Gerate kleinere Altgeräte landen immer noch im Hausmüll. Und das ist nicht gut, denn der Hausmüll wird verbrannt. Die in der Elektronik steckenden Rohstoffe sind zum Teil nur sehr schwer zu gewinnen, werden unter großen Umweltschäden gefördert und verarbeitet. Warum sollten die einfach verbrannt werden? Viel sinnvoller wäre es, diese Rohstoffe – wenn auch unter etwas Aufwand – aus den Elektroaltgeräten herauszuholen und noch einmal zu verwenden. Damit das geschehen kann, muss der E-Schrott aber erst einmal richtig entsorgt werden, darf also nicht im Hausmüll landen.

Welche Möglichkeiten des Recyclings gibt es für Elektroaltgeräte?

2008 sind nur etwa 40 % des anfallenden E-Schrotts wirklich im Wertstoffhof abgegeben worden, der Rest wurde mit Haus- und Sperrmüll entsorgt. Eine Möglichkeit, E-Schrott recyceln zu lassen, liegt in eben jenem Wertstoffhof: Dort werden die abgegebenen Altgeräte von Unternehmen aufgekauft, die sich auf das Zerlegen und Trennen der Materialien spezialisiert haben. Anschließend können die gewonnen Rohmaterialien gereinigt und wieder an produzierende Unternehmen verkauft werden. Im E-Schrott steckt damit eine Menge Arbeit, aber auch eine Menge Geld. Nicht umsonst wird er oft mit einer Goldmine verglichen.

Die zweite Möglichkeit ist, die ausgedienten elektrischen Geräte im Fachhandel abzugeben. Die Elektrogroßmärkte und auch die kleineren Fachgeschäfte nehmen die Geräte an und sorgen für die Weiterleitung an verwertende Betriebe. Vom vollständigen Computer über den Fön bis hin zur Taschenlampe kann hier alles abgegeben werden, auch Waschmaschinen und weitere Großgeräte. Allerdings muss man selbst dafür sorgen, dass die Geräte im Elektrogroßmarkt an der richtigen Stelle abgegeben werden – und einen alten Backofen transportiert man nicht so einfach auf dem Fahrrad.

Wenn elektrische Geräte noch funktionstüchtig sind, können sie als gebrauchte Geräte weiterverkauft werden. Was in der Lokalzeitung oder im Internet privat über Kleinanzeigen läuft, kann auch über professionelle Händler erfolgen. Allerdings berechnen die nicht den Wiederverkaufswert. Üblich ist, dass man für den Verkauf eines gebrauchten Geräts oder Spielzeugs an den Händler maximal 30 % des Wiederverkaufspreises bekommt. Dafür ist man den E-Schrott aber auch wirklich sofort los und muss ihn nicht monatelang im Keller lagern und nach einem Käufer oder einer Käuferin suchen.

Sind die elektrischen Geräte nicht mehr voll funktionstüchtig, können sie oft trotzdem noch weiterverwendet werden. Denn einzelne Bauteile dienen als Ersatzteillager. Es ist nur in den seltensten Fällen so, dass das gesamte Elektroaltgerät defekt ist. Meist sind es die Hersteller, die Ersatzteile weiterverwenden, aber auch Werkstätten und Dienstleister bieten das oft an.

Das kann alles recycelt werden: Kunststoffe, Metalle und mehr

In alten Handys, Computern und anderen Elektrogeräten sind viele unterschiedliche Metalle verarbeitet. Gold, Silber und Kupfer, sogar Platin können recycelt werden. Doch nicht nur die Edelmetalle werden aus den elektrischen Bauteilen herausgeholt, sondern auch Kobalt (vorwiegend in Akkus enthalten), Neodym, Dysprosium und andere seltene Erden.

Wenn es darum geht, die einzelnen Materialien zu trennen, ist viel Aufwand gefordert. Einige Metalle lassen sich aus der Schlacke nach dem Verbrennen der Geräte gewinnen, aber besser ist es, die Geräte vorher zu zerlegen. Denn vor allem die Kunststoffe und einige seltenen Erden lassen sich gar nicht mehr aus der Schlacke herausholen oder sind dann untauglich geworden. Die Kunststoffhüllen der Geräte dienen in den Edelmetall- und Kupfer-Recycling-hütten als günstiger Brennstoff. Umweltfreundlich ist das nicht, aber die Kunststoffe sind mit Zusatzstoffen und Flammschutzmitteln versetzt, so dass sie gar nicht recycelt werden können.

Recycling ist auch nicht immer machbar: Edelmetalle und Kupfer können zwar beliebig oft wieder in den Kreislauf eingespeist und erneut verbaut werden, ohne Qualitätsverluste zu verzeichnen. Bei anderen Metallen wie Aluminium beispielsweise geht das nicht. Sie werden nur noch in Legierungen wiederverwendet. Und die Schlacke, die nach dem Verbrennen der letzten Reste und nach vielen Schmelzprozessen übrig bleibt, ist nur noch Baumaterial.

Ein großes Problem stellt Quecksilber dar: Davon wird zu viel aus den alten Geräten gezogen, es kann nur zu einem kleinen Teil wiederverwendet werden. Was nicht in Energiesparlampen oder anderen quecksilberhaltigen Geräten verwendet wird, muss in alten Bergwerken und an anderen „sicheren“ Orten deponiert werden. Und das ist teuer.

Welche Methode des Recyclings ist besser?

Generell ist jede Form von Recycling eine gute Sache. Denn wenn Rohstoffe wieder genutzt werden können, ist das nachhaltiger und umweltfreundlicher als die Neugewinnung, und zwar immer. Allerdings gibt es qualitative Unterschiede. Am sinnvollsten ist es, Elektroaltgeräte zur Wiederverwendung zu verkaufen. Die müssen gegebenenfalls zuvor repariert werden, können aber als Second-Hand-Geräte ein neues Leben bekommen. Nur wenn das nicht möglich ist, beispielsweise weil aufgrund fehlender Ersatzteile eine Reparatur nicht mehr durchgeführt werden kann, sollte das Gerät zerlegt werden. Aber auch dann können noch einzelne Bauteile so, wie sie verbaut sind, wiederverwendet werden. Auch das ist sinnvoller, als die Rohstoffe aus den funktionierenden Teilen zu ziehen. Abhängig davon, welche Rohstoffe im Gerät enthalten sind, müssen die Teile vor der maschinellen Verarbeitung in Schreddern und Schmelzöfen von Hand auseinandergenommen werden. Das ist zwar kostenintensiv, lohnt aber doch. Denn die Preise für Metalle steigen schon lange immer weiter an, so dass das Recycling von Elektroschrott bzw. Elektroaltgeräten kommerziell attraktiv ist. Nur wenige gefährliche Stoffe aus dem E-Schrott müssen tatsächlich in die Sondermüllverbrennung kommen oder auf einer Sondermülldeponie eingelagert werden.

Wichtigste Voraussetzung für das nachhaltige Recycling ist daher die korrekte Entsorgung und Rücknahme, die insbesondere auch in der Verantwortung der Hersteller und Händler liegt. Hier unterstützt die Deutsche Recycling mit ihrem umfassenden Know how bei den Themen Recycling, Entsorgung und Lizenzierungen von Verpackungen, Elektrogeräten und Batterien – in Deutschland, Europa oder weltweit. Sprechen Sie uns an!

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