Batterien besser recyceln – 5 Möglichkeiten, das Batterierecycling zu verbessern

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Batterien sind für die Umwelt seit jeher ein wenig problematisch, denn sie müssen fachgerecht recycelt werden. Andernfalls können die Inhaltsstoffe für die Natur zur Katastrophe werden. Inhaltsstoffe wie Blei, Cadmium oder Zink dürfen keinesfalls in den Grund geraten, daher ist eine Haldenentsorgung für Batterien auch nicht vorgesehen.

Stattdessen gibt es in Deutschland eine entsprechende Recycling-Verordnung, die rechtlich sogar vorsieht, dass Batterien ordnungsgemäß recycelt werden müssen. Grundlage ist die europäische Batterierichtlinie. Zur Annahme von Batterien und Akkus sind übrigens alle Stellen verpflichtet, die diese auch verkaufen, dies gilt beispielsweise auch für Supermärkte.

Ganz unproblematisch ist das Batterierecycling aber trotzdem nicht. Daher gibt es nach wie vor Ideen und Ansätze, das Batterierecycling zu verbessern.

Aktuelle Herausforderungen im Recyceln von Akkus und Batterien

Batteriegetriebene Geräte sind längst nichts Neues, doch gerade mit dem Fortschreiten akkugebundener Technologien wird auch das Recyceln von Akkumulatoren immer wichtiger. Generell sprechen Fachleute übrigens von Primärzellen (also Einwegbatterien) und Sekundärzellen (also wieder aufladbaren Akkus). Primärzellen sind in der Regel Alkali-Mangan- oder Zink-Kohle-Batterien. Als Sekundärzellen werden Blei-, Nickel-, Lithium- oder Cadmium-Ionen-Akkus verwendet. Endverbraucher haben derzeit vor allem den Vorteil, dass sie nicht nach Inhaltsstoffen trennen müssen, das nämlich übernehmen die Recycler selbst.

An die Akkus in Laptops, Smartphones und Tablets haben wir uns bereits gewöhnt, doch mit der nächsten grünen Technologierevolution steht auch die nächste Herausforderung an. Dann nämlich, wenn Elektroautos auf den Straßen zur Norm werden, müssen auch vermehrt deutlich größere Akkus entsorgt werden – um hinter der sauberen Technologie aufzuräumen. So könnte etwa alleine das Volumen des recycelten Lithium eine Summe von 5.800-30.000 Tonnen erreichen (bis 2025), Kobalt käme im gleichen Zeitraum auf mehr als 22.500 Tonnen.

5 Möglichkeiten, Batterierecycling nachhaltig zu verbessern

Möglichkeit 1: Reusability statt Recycling

Recycling ist für Batterien nicht nur ein sinnvoller, sondern ein notwendiger Prozess, aber nicht die einzige Lösung. Oftmals werden Akkus gerade dann entsorgt, wenn das Endgerät entsorgt wird. Der Laptop ist zu alt, das Smartphone nicht mehr aktuell oder das Auto hat ausgedient. Das heißt aber noch lange nicht, dass auch der Akku wirklich schon am Ende seines Lebenszyklus angekommen sein muss.
In vielen Fällen könnte die Lösung daher eine neue Nutzung in einem neuen Gerät sein, statt den noch funktionalen Akku zu recyceln.

Möglichkeit 2: Das Lieferproblem lösen

Derzeitige Aussichten weisen darauf hin, dass in den nächsten Jahren vor allem China im Fokus des Batterierecycling stehen wird. Chinesische Unternehmen kommen laut einer Schätzung auf 66% der recycelten Lithium-Ionen-Batterien, bei Kobalt-Batterien werden sogar 76% erwartet. Das ist nicht nur aus wirtschaftlicher Perspektive ein Problem, sondern auch aus ökologischer. Schließlich ist jeder Lieferweg eine Belastung für die Umwelt. Gerade Europa und Nordamerika sind gefragt, bei den Recyclinganlagen aufzuholen.

Möglichkeit 3: Ein echter Wertekreislauf

Beim Recycling müssen Anlagen in Zukunft noch stärker darauf achten, dass ein echter Wertekreislauf entsteht. Dies bedeutet, dass Altbatterien in ihre Rohstoffe zerlegt werden und dann bei der Konstruktion neuer Batterien komplett als Sekundärrohstoff eingesetzt werden können. Dies entlastet die Umwelt gleich zweifach, denn zum einen bleibt von der Altbatterie kein Rest übrig, zum anderen müssen keine neuen Rohstoffe für neue Batterien abgebaut werden. Für solche Modernisierungen müssen die Recyclingunternehmen jedoch investieren, nicht nur bei der Umrüstung, sondern auch in der Forschung.

Möglichkeit 4: Verstärkte Demontage für mehr Energieeffizienz

Das Recyclingverfahren bei Lithium-Ionen-Batterien lässt sich deutlich weniger energieaufwändig gestalten, wenn die Kathoden zunächst vom Rest der Batterie getrennt werden. Anschließend wird die Kathode in einem heißen Lithium-Salz-Bad erhitzt und anschließend getrocknet, über die Zufuhr von frischen Lithium-Ionen kann so ein neuer Akku entstehen.
Diese neue Methode könnte die alte ersetzen, in der die Kathode geschreddert und in ihre Metallkomponenten zerlegt wurde. Dadurch entstand vor allem ein riesiger Energieaufwand, der im Recycling nicht unterschätzt werden sollte.

Möglichkeit 5: Mangelndes Recycling klarer vermarkten

Dass die Umwelt unter mangelndem Recycling leidet, ist allgemein bekannt. Doch auch wirtschaftlich entsteht ein riesiger Verlust durch nicht recycelte Materialien. Alleine 2014 beliefen sich der Verlust auf 52 Milliarden US-Dollar, Edelmetalle und andere Materialien werden einfach mit den Endgeräten entsorgt. Dazu zählen auch seltene Metalle wie Palladium oder Gold – bei einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von 26 Monaten pro Device eigentlich eine absolute Katastrophe. Und für die müssen gerade die Menschen in Entwicklungsländern, aus denen die Rohstoffe stammen, den Preis zahlen. Auch dies sollte bei der Pflicht zum Recycling klarer in den Fokus rücken.

Schad- und Rohstoffe – Recycling muss auch die Sünden der Vergangenheit ausgleichen

Dass Batterierecycling in Deutschland zur Pflicht geworden ist, ist tatsächlich rechtlich noch gar nicht so lange der Fall. Erst 2001 wurde die Entsorgung im Hausmüll verboten. Bis dahin konnten Batterien einfach in die Mülltonne geworfen werden und giftige Schwermetalle wie Blei, Cadmium und Quecksilber konnten so ungehindert in die Umwelt gelangen.

Heute sind die Batterien auch schadstoffärmer, wenn auch nicht schadstofffrei. Alleine in Deutschland werden 38.000 Tonnen Batterien verkauft – jährlich. Dieser enorme Bedarf sorgt nicht nur im Recycling für Probleme. Quecksilberhaltige Batterien (diese befinden sich als Einwegbatterien nach wie vor im Umlauf) können etwa nicht recycelt werden. Diese werden deponiert, ebenfalls eine riesige Umweltbelastung, hinzu kommen eigentlich recycelbare Batterien, die fälschlicherweise auf der Deponie liegen.

Und auch das Recycling ist kein völlig gefahrenloser Prozess. Einige Batterien etwa enthalten Wasserstoff und müssen vorsichtig zerkleinert werden. Gerade beim Recycling von Lithium-Ionen-Akkus gibt es spezifische chemische und elektrische Gefahren, die hohe Anforderungen an die Recyclingunternehmen stellen.

Das Recycling von Batterien aber ist aus rechtlicher und ökonomischer Sicht eine Notwendigkeit. Es obliegt also der Verantwortung der Unternehmen ebenso wie der aller Endverbraucher, diesen Prozess so wirtschaftlich, verantwortungsbewusst und effizient wie möglich zu gestalten. Damit auch der Umwelt auf absehbare Zeit nicht die Energie ausgeht.

Wir unterstützen Sie dabei!

Als Hersteller und Händler batteriebetriebener Geräte unterliegen Sie den Anforderungen des Batteriegesetzes bzw. der europäischen Batterierichtlinie, die unter anderem das Inverkehrbringen, die Kennzeichnung sowie Recycling und die ordnungsgemäße Rücknahme regeln. Die Deutsche Recycling unterstützt Sie bei den einzelnen landesspezifischen Möglichkeiten der Registrierung und fachgerechten Entsorgung. Sprechen Sie uns an!

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