(Zuletzt aktualisiert am 22.01.2026)
EPR für Matratzen – Aktuelles und Ziele im Überblick
In den vergangenen Jahren ist in Deutschland das Bewusstsein für Nachhaltigkeit stetig gestiegen. Das notwendige Umdenken spiegelt sich sowohl in Privathaushalten als auch bei Unternehmen und Betrieben wider. Im letzten Kontext ist die EPR, also die „Erweiterte Herstellerverantwortung“, zu nennen, die bereits viele Bereiche betrifft, in denen Hersteller Verantwortung für den gesamten Lebenszyklus, aber besonders für das Recycling und die Entsorgung ihrer Produkte übernehmen müssen.
In diesem Zusammenhang rücken jetzt auch die EPR für Matratzen und die EPR für Möbel zunehmend in den Vordergrund. Wir geben Ihnen einen umfassenden Überblick, damit Compliance für Sie nicht zur Herausforderung wird.
EPR, Matratzen und Möbel für Schnell-Leser
Die erweiterte Herstellerverantwortung, kurz EPR, soll in Deutschland auch für Matratzen und Möbel eingeführt werden. So fordern es zumindest verschiedene Instanzen wie der Fachverband der Matratzenindustrie und die Umweltorganisation NABU. Ziel ist es, Alt-Matratzen und Möbelstücke nicht mehr zu verbrennen, sondern umweltgerecht zu recyceln.
Vorreiter für dieses Vorgehen sind besonders Länder wie Frankreich, Belgien und Ungarn, die hier bereits feste Strukturen und Systeme entwickelt haben. In einem ersten Positionspapier, das sich an die Umweltpolitik richtet, ist eine zentrale EPR für Matratzen und Möbel skizziert, die die Rücknahme und Wiederverwertung sicherstellt.
Warum für Matratzen eine EPR einführen?
In Belgien, Frankreich, den Niederlanden und einigen US-Bundesstaaten wie Kalifornien wurde bereits für Matratzen eine umfassende EPR etabliert. Der Grund ist einfach: Matratzen sind heute oft sehr komplex aufgebaut. Sie bestehen nicht selten aus mehr als sieben unterschiedlichen Schaumstoffarten. Aufgrund dieser Materialvielfalt ist die fachgerechte Trennung am Ende der Lebensdauer sehr aufwendig, umweltbelastend und auch teuer.
Aufgrund dieser Faktoren ist das Recyceln von Matratzen und teilweise auch Möbeln noch immer eher eine Ausnahme. Der weitaus größere Teil der rund sieben Millionen entsorgten Matratzen jährlich wird verbrannt.
Genau hier setzt die EPR für Matratzen an. Sie soll einerseits Hersteller stärker in die Pflicht nehmen und andererseits Hürden abbauen, die das Sammeln und die Wiederverwertung deutlich erleichtern. Auch schafft eine EPR für Matratzen – ähnlich wie bei Verpackungen – einen klaren Anreiz, um diese schon im Vorfeld wesentlich ressourcenschonend und recyclingfreundlich zu gestalten.
Werden Matratzen bereits EPR-konform entsorgt?
Wie kurz erwähnt, ist die Entsorgung von Matratzen derzeit noch alles andere als umweltverträglich. Sowohl für Matratzen als auch Möbel soll sich dies mit EPR-Ansätzen nun ändern. Um besser zu verstehen, was die Problematik ist, schauen wir uns die Zusammensetzung von Matratzen beispielsweise einmal genauer an.
Matratzen setzen sich im Wesentlichen aus einem Kern und einem textilen Bezug zusammen. Je nach verwendetem Material unterscheidet man verschiedene Typen.
- Schaumstoffmatratzen: Sie dominieren den Markt in Deutschland. Etwa zwei Drittel aller verkauften Modelle bestehen aus Polyurethan (PUR)-Schaum.
- Federkernmatratzen: Sie machen rund ein Viertel des Marktes aus und enthalten in Fleece-Taschen eingenähte Stahlfedern, die zusätzlich mit Schaumstoff ummantelt sind, was den Liegekomfort erhöhen soll.
Aktuell endet der Lebenszyklus einer Matratze in Deutschland fast ausschließlich in der Verbrennung. Über 95 Prozent der ausgedienten Matratzen werden energetisch verwertet, wobei Strom und Wärme erzeugt werden. Zwar können metallische Bestandteile teilweise zurückgewonnen werden, doch Kunststoffe und Textilfasern gehen unwiederbringlich verloren.
Möbel stellen durch integrierte technische Komponenten und ihre Materialvielfalt ebenfalls eine Herausforderung dar. Durch beispielsweise LED-Leuchten gelten hier mitunter sowohl das Batteriegesetz als auch die WEEE-Richtlinie.
Warum ist das Recycling unter den aktuellen Bedingungen kaum umsetzbar und die Verbrennung der Standard?
Ein Grund für die fehlende Wiederverwertung liegt in der Art der Entsorgung selbst. Matratzen werden überwiegend über die Sperrmüllabfuhr oder die gewerbliche Abfallsammlung entsorgt. Dabei werden sie gemeinsam mit anderen Abfällen verpresst. Durch die Verunreinigung, die in diesem Zusammenhang entsteht, wird eine stoffliche Verwertung nahezu unmöglich, sodass die energetische Verwertung die einzig praktikable Lösung bleibt.
Genau das soll sich mit der EPR für Matratzen ändern und die Recyclingquote in Deutschland erhöhen, wie es von vielen Seiten gefordert wird.
Wie soll eine EPR für Matratzen aussehen?
Die gute Nachricht ist: Eine umweltgerechte Entsorgung und Wiederverwertung von Matratzen ist dank der EPR möglich. Voraussetzung dafür ist die Schaffung eines regulatorischen Rahmens, wie er beispielsweise in Frankreich, Belgien oder Ungarn bereits anzutreffen ist. Wichtig ist hierbei, dass die Liegeauflagen sortenrein und sauber gesammelt werden, um die Recyclingverfahren einleiten zu können:
- Mechanisches Recyclingverfahren: Hier werden wertvolle Materialien wie Stahl aus Federkernmatratzen und Schaumstoff zurückgewonnen und Textilien wie Schaumstoffflocken durch smarte Prozesse zu neuen Produkten verarbeitet.
- Chemisches Recyclingverfahren: Die Rohstoffrückgewinnung findet auf molekularer Ebene statt, bei der im Anschluss mit recyceltem PUR-Schaum neue Matratzen hergestellt und vermarktet werden können.
Beispiele für das chemische Recyclingverfahren lassen sich bereits in Frankreich und den Niederlanden finden. In Deutschland beschäftigen sich aktuell Pilotprojekte und Forschungsinitiativen mit alternativen Lösungen. Erste Empfehlungen sprechen sich für eine Kombination aus mechanischen und chemischen Recyclingverfahren aus.
Unabdingbar ist hier also, ein EPR-System für Matratzen zu schaffen, das auf eine getrennte und saubere Sammlung der Matratzen, eine schonende Lagerung, den gezielten Transport und die anschließende Demontage in ihre Einzelbestandteile setzt. Zusätzlich müssen Strukturen für eine transparente Datenerfassung geschaffen werden. Hier wird in der EU sowohl die Kontrollpflicht von Online-Marktplätzen als auch die Aussprache von Vertri-Verstöße ausgebaut.
Entlastung für Unternehmen: Producer Responsibility Organisation
Im Fokus der Finanzierung einer besseren EPR für Matratzen und Möbel steht das Konzept der „Producer Responsibility Organisation“ (PRO), bei dem die Verantwortung der Hersteller gebündelt an eine zentrale Stelle übertragen wird. Das Modell ermöglicht neben einer effizienten Kontrolle auch die Entlastung im Hinblick auf die Kosten und schafft zugleich Anreize für Innovationen im Bereich eines zirkulären Produktdesigns. Damit würde ein nachhaltiger Materialkreislauf geschaffen, der sowohl Ressourcen schont als auch die Abfallmenge erheblich reduziert.
Wo steht die aktuelle Entwicklung der EPR für Matratzen?
Der Fachverband der Matratzenindustrie setzt sich aktiv für mehr Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung in der Branche ein und hat ein umfassendes Positionspapier zur EPR für Matratzen entworfen. Das sind die wichtigsten Punkte:
- Gründung einer Betreiberorganisation: Einleitung erste konkrete Schritte in Richtung Kreislaufwirtschaft
- Konzept: Vorbild für politische Entscheidungsträger und Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette
- Ziel: Hersteller stärker in die Verantwortung nehmen – von der Herstellung über die Rücknahme bis hin zur Zerlegung und Wiederverwertung
Der Verband hat dazu 15 zentrale Eckpunkte formuliert, die als Grundlage für ein deutsches EPR-System dienen sollen. Für eine effektive Umsetzung fordert der Verband neben gesetzlichen Rahmenbedingungen auch konkrete Verordnungen, die die Sammlung und Verwertung regeln. Eine getrennte Erfassung der Matratzen von der Abholung bis zur Recyclinganlage soll sicherstellen, dass die Materialien sauber und unbeschädigt bleiben. Nur so kann echtes Recycling gelingen und der Materialkreislauf geschlossen werden.
Auch Umweltschutzorganisationen wie der NABU sowie Unternehmen wie IKEA fordern von der Bundesregierung mehr Engagement – ähnlich wie es auch bei der EPR für Textilien der Fall ist. Hier steht die EPR für Matratzen ebenfalls im Vordergrund.
EPR für Matratzen im Ländervergleich
Die EPR für Matratzen steckt in Deutschland noch immer in der Entwicklung, wird jedoch in der Zukunft immer weiter ausgebaut. Hier finden Sie Informationen, wie unsere Nachbarländer die EPR für Matratzen berücksichtigen und was für internationale Händler wichtig zu wissen ist.


Wo liegen bei der EPR für Matratzen die Herausforderungen für Hersteller und Händler?
Matratzen müssen künftig so gestaltet sein, dass sie sortenrein, modular und recyclingfreundlich sind. Das bedeutet eine grundlegende Umstellung der gesamten Entwicklung und Produktion, die mit teils beachtlichen finanziellen Mehrbelastungen einhergehen kann. Auch die Kosten für Rücknahme, Recycling und Beiträge an zentrale Rücknahmesysteme schlagen dabei zu Buche.
Die Übernahme der EPR für die gesamte Lebensdauer der Matratzen musste zu einem festen Bestandteil unternehmerischen Handelns werden. Das erfordert mitunter ein Umdenken in der Betriebskultur.
Ein zusätzlicher Aufwand entsteht durch die notwendige Etablierung oder Beteiligung an neuen Rücknahme- und Logistikstrukturen, um eine effiziente Sammlung von Alt-Matratzen sicherzustellen. Hinzu kommen neue gesetzliche Anforderungen, wie die genannten Dokumentations- und Meldepflichten, die zusätzliche administrative Ressourcen binden.
Dazu kommt, dass unterschiedliche EPR-Regelungen in Europa einen einheitlichen grenzüberschreitenden Vertrieb erschweren.
Überblick: Herausforderungen für Händler und Hersteller hinsichtlich der EPR für Matratze und Möbel:
- Produktanpassung
- Kostensteigerung
- Logistischer Aufwand
- Rechtliche Anforderungen
- Wettbewerbsdruck
- Lebenszyklusverantwortung
- Abhängigkeit von PROs
- Internationale Unterschiede
- Verbrauchererwartungen
Jetzt schon auf die Matratzen-EPR vorbereiten
Es ist sicher nur eine Frage der Zeit, bis die EPR für Matratzen und Möbel kommt. Und wer frühzeitig handelt, ist klar im Vorteil. Mit der richtigen Strategie sorgen Sie dafür, dass Ihre Produkte nachhaltig recycelt werden und die gesetzlichen Anforderungen problemlos erfüllt sind.
Die Deutsche Recycling GmbH unterstützt Sie dabei, sich optimal auf die kommenden Veränderungen vorzubereiten:
- Gemeinsam entwickeln wir Lösungen für eine umweltfreundliche Rücknahme, saubere Entsorgung und ein effektives Recycling von Alt-Matratzen.
- Wir kümmern uns um die Einhaltung rechtlicher Vorgaben und nehmen Ihnen die bürokratische Arbeit ab.
- Zuverlässigkeit, Professionalität und Kompetenz stehen bei uns im Fokus.
Stellen Sie heute noch Ihre Anfrage und lassen Sie sich gerne persönlich zur EPR für Matratzen und Möbel beraten.
FAQ: EPR für Matratzen und Möbel
Was bedeutet die EPR für Matratzen konkret für Hersteller?
Die EPR für Matratze verpflichtet Hersteller dazu, Verantwortung für den gesamten Lebenszyklus ihrer Produkte zu übernehmen. Dazu zählen insbesondere Rücknahme, Entsorgung und Recycling von Alt-Matratzen. Ziel ist es, Abfälle zu reduzieren und wertvolle Rohstoffe im Kreislauf zu halten. Hersteller müssen sich dafür auf neue organisatorische und finanzielle Anforderungen einstellen.
Ab wann gilt die EPR für Matratze in Deutschland?
Aktuell befindet sich die EPR für Matratze in Deutschland noch in der Entwicklungs- und Planungsphase. Verschiedene Verbände und Organisationen fordern jedoch eine zeitnahe gesetzliche Umsetzung. Konkrete Termine stehen noch nicht fest, dennoch ist mit einer schrittweisen Einführung zu rechnen. Unternehmen sollten sich daher frühzeitig vorbereiten.
Was müssen Händler bei der EPR für Möbel beachten?
Bei der EPR für Möbel können Händler auch in die Verantwortung genommen werden, insbesondere beim Inverkehrbringen der Produkte. Sie müssen sicherstellen, dass die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Dazu zählen unter anderem Meldepflichten und die Beteiligung an Rücknahmesystemen. Fehlende Compliance kann zu Vertriebsverboten führen.
Wie können sich Unternehmen frühzeitig auf EPR für Matratze und EPR für Möbel vorbereiten?
Unternehmen sollten ihre Produkte bereits jetzt recyclingfreundlich und modular gestalten. Zudem ist es sinnvoll, bestehende Entsorgungs- und Logistikprozesse zu überprüfen. Eine frühzeitige Beratung hilft, rechtliche Anforderungen korrekt umzusetzen. So lassen sich Risiken minimieren und Wettbewerbsvorteile sichern.
Welche Neuerungen fordert die EPR für Matratze im Vergleich zu bisherigen Entsorgungsmodellen?
Im Gegensatz zu bisherigen Entsorgungsmodellen wird mit der EPR für Matratzen auf eine getrennte und sortenreine Sammlung gesetzt. Matratzen sollen nicht mehr gemeinsam mit Sperrmüll entsorgt werden. Nur so wird eine stoffliche Verwertung möglich. Das erhöht die Recyclingquote deutlich gegenüber der bisherigen Verbrennung.
