Die europäische Verpackungsrichtlinie | EU-Verpackungsrichtlinie 94/62/EG

Verpackungen, Verpackungsabfall

Diese europaweit gültige Richtlinie dient einer einheitlichen, umwelt- und gesundheitsschonenden Beschaffenheit von Verpackungen und Verpackungsabfällen. Neben den Inhaltsstoffen und deren Auswirkung bezieht die EU-Verpackungsrichtlinie 94/62/EG die Zielsetzung und Erreichung der Wiederverwertung ein.

Die europäische Verpackungsrichtlinie – Eine Definition

Egal welche Produkte Sie erwerben oder verkaufen: eine Verpackung ist im Lieferumfang enthalten. Jede Verpackung muss bestimmte Anforderungen erfüllen und den Umwelt- sowie Klimazielen entsprechen. Mit Einführung der europäischen Verpackungsrichtlinie wurde ein europaweiter Standard geschaffen, der für alle Mitgliedsstaaten der EU gilt. Die Richtlinie beinhaltet die Höchstwerte bestimmter Schwermetalle und beschäftigt sich mit dem Schutz der Umwelt.

Welchen Nutzen hat die europäische Verpackungsrichtlinie?

Verpackungen durchlaufen einen Kreislauf. Sie werden hergestellt, ihrem Ziel zugeführt und anschließend entsorgt. Die europäische Verpackungsrichtlinie sieht vor, dass Umverpackungen den Mindestanforderungen der festgelegten Standards entsprechen und noch besser, diese durch weniger Schadstoffe und Wiederverwertbarkeit übertreffen. Durch die Einführung einer klaren, für die gesamte europäische Union geltende Richtlinie soll die Umweltverschmutzung und Schädigung durch unnötigen Verpackungsabfall gemindert werden. Dabei sind alle Mitgliedsstaaten gleichgestellt und stehen in ihrer Fertigung von Verpackungen vor identischen Herausforderungen. Da die EU-Verpackungsrichtlinie 94/62/EG deutlich und plausibel ausformuliert ist, gibt es keine zweideutigen oder nicht konkreten Anforderungen.

Mit dieser Richtlinie gibt es eine einheitliche europäische Norm, die jeden Verpackungshersteller und Händler einschränkungslos verpflichtet.
Die europäische Verpackungsrichtlinie wird aktuell durch die Verpackungsverordnung (VerpackV), ab dem 1.1.2019 durch das Verpackungsgesetz (VerpackG) in nationales Recht übersetzt.

Wer ist an die EU-Verpackungsrichtlinie 94/62/EG gebunden?

Jeder Hersteller von Verpackungen, jeder Händler und Verkäufer ist an die EU-Verpackungsrichtlinie 94/62/EG gebunden. Auch wenn Sie Ihre Produkte bereits verpackt von einem Großhändler erwerben, sind Sie von der Einhaltung der europäischen Verpackungsrichtlinie nicht entbunden. Der Verpackungshersteller trägt zwar die größte Verantwortung, doch als Händler und Verkäufer sind die Grundlagen für Sie ebenso bindend. Um Schwierigkeiten und Bußgeldern vorzubeugen, achten Sie präzise auf die Kennzeichnung der Verpackung. Darauf dürfen sich nicht nur Informationen zum Produkt befinden, sondern die Materialien der Verpackung unterliegen in gleichem Maße der Kennzeichnungs- und Identifizierungspflicht. Die europäische Richtlinie für Verpackungen bezieht sich auf jegliche Verpackung: im Gewerbe, im Handel, im Büro und in der Industrie sowie im Haushalt.

Was besagt die europäische Verpackungsrichtlinie?

Mit der europäischen Verpackungsrichtlinie wurde eine konkrete, für alle Hersteller und Händler verbindliche Norm festgelegt. Nur wenn eine Verpackung den Anforderungen entspricht, darf sie in den Handel und damit in den Wirtschaftskreislauf gebracht werden. Primäre Voraussetzungen für alle auf den Markt gebrachten Verpackungen basieren auf

  • dem geringstmöglichen Gewicht und Volumen des Materials
  • der Verbraucherakzeptanz
  • hygienischen und sicherheitsrelevanten Eigenschaften
  • der maximalen Senkung gefährlicher Stoffe und Komponenten im Verpackungsmaterial
  • wieder verwendbaren und recycelbaren Materialien.

Generell sollen Verpackungen auf ein Minimum reduziert und in wieder verwendbarer Ausführung hergestellt werden. Schwermetalle und chemische Substanzen enthaltene Kunststoffe werden von umweltfreundlicheren Verpackungen aus natürlichen Materialien abgelöst. Da sich jeder Mitgliedsstaat der EU an der Richtlinie orientieren muss, erweist sie sich als effiziente Maßnahme gegen kontinuierlich wachsende Verpackungsabfallberge.

Die grundlegende Basis dieser Richtlinie

Fakt ist: Verpackungen lassen sich nicht generell vermeiden. Bei empfindlichen und für den Verzehr bestimmten Produkten ist eine Verpackung allein aus hygienischen Gründen nötig. Dennoch stellt sich die Frage, wie viel Verpackung sein und welche Beschaffenheit die Umverpackung aufweisen muss. Weniger ist mehr, lautet die ganz klare Aufforderung, wenn es um die Überdenkung der Konzepte im Bereich Verpackungsherstellung geht. Ein hohes Umweltschutzniveau basiert auf

  • der Vermeidung unnötiger Verpackungen
  • der Verwertung nicht vermeidbarer Verpackungsabfälle
  • und der daraus resultierenden Minderung des Abfallbeseitigungsaufwands.

Die westlichen Industrienationen, explizit Europa, hat sich in der Vergangenheit als Meister der Verpackung etabliert. Die europäische Verpackungsrichtlinie legt hier klare Grenzen fest und ist eine Basis, um die Umwelt zu schützen und das Abfallaufkommen deutlich zu reduzieren. Perspektivisch betrachtet sollen Verpackungen grundsätzlich recycelbar, mehrfach verwertbar und von geringem Ausmaß sein.

Fazit – Weniger Verpackungsabfall für eine saubere Zukunft

Die Weltmeere sind voller Kunststoffmüll, der größtenteils aus Verpackungen und Verpackungsmaterialien besteht. In der Vergangenheit verwendete Materialien sind über Jahrhunderte haltbar und wenn sie sich zersetzen, hinterlassen sie gefährliche Mikroplastik im Wasser. Das Ziel der europäischen Verpackungsrichtlinie besteht unter anderem darin, eine neue Orientierung in der Herstellung von Verpackungen zu erzeugen und sich auf umweltfreundliche Materialien zu konzentrieren. Ein weiterer Aspekt sind die gesundheitsrelevanten Eigenschaften von Umverpackungen. Schwermetalle und chemische Substanzen schaden nicht nur der Umwelt, sondern schädigen die menschliche Gesundheit nachweislich.